Samstag, 17. August 2019

Zusammenfassung von „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“


Zu Beginn des Romans „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ beschreibt sich Hildegunst von Mythenmetz selbst als den größten Schriftsteller Zamoniens und berichtet davon, wie er seine Tage auf der Lindwurmfeste verbringt, nämlich mit dem hingebungsvollen Verzehr von Mahlzeiten,[1] „dem dilettantischen Spiel auf der Klavorgel“[2] und dem Lesen von „Verehrerpost“[3]. In dieser „Verehrerpost“ befindet sich ein schlechtgeschriebenes Manuskript,[4] in dem Mythenmetz „[s]ein[en] Stil, [s]eine Wortwahl, [s]eine bandwurmlangen Schachtelsätze“[5] wiedererkennt und sich zugleich „[a]ls Parodierter vollkommen durchschaut und gedemütigt“[6] fühlt. Dieses Manuskript lässt ihn sich selbst fragen: „Schrieb ich tatsächlich solch ein grauenhaftes, völlig ormloses Zeug?“[7] und ihn retrospektiv einsehen, dass das, was er „damals für den Gipfel [s]einer Laufbahn hielt, [...] in Wirklichkeit ihren absoluten Tiefpunkt“[8] markierte. Als Absender dieses Manuskripts wird:
Hildegunst von Mythenmetz [, der Buchling, der nach dem Dichter benannt wurde,]Buchhaim, Zamonien
Mittlere Katakomben
Lederne Grotte[9]
angegeben. Ferner enthält es das Postskriptum „P.S. Der Schattenkönig ist zurückgekehrt.[10]
Dieses Manuskript veranlasst schließlich den Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz „einen kurzen Brief mit hexametrischen Abschiedsversen“[11] zu verfassen und zum zweiten Mal die Lindwurmfeste in Richtung Buchhaim zu verlassen. Nach kurzer Reise und einer Auseinandersetzung mit einem Zwerg am Stadttor Buchhaims betritt Mythenmetz, mehr als zweihundert Jahre nach seinem ersten Besuch, abermals die Stadt, diesmal jedoch inkognito.[12] Dort angelangt schildert er seinen Lesern in vier von ihm als „Mentalgemälde“[13] bezeichneten Ausführungen seine ersten Eindrücke des neuen Buchhaims.[14] In Begleitung einer „,Lebenden historische[n] Zeitung[...]‘“[15], die ihm einige der Veränderungen und Neuerungen Buchhaims anhand alter Zeitungsartikel schildert, lernt Hildegunst von Mythenmetz das neue Buchhaim kennen.[16] Beim anschließenden Besuch eines Qualmoirs, in dem Mythenmetz eigentlich nur eine Pfeife rauchen möchte, trifft er auf den ihm von früher bekannten Lindwurm Ovidios von Versschleifer, der ihm von seiner sowie Buchhaims Vergangenheit und von den Eigenheiten der derzeitigen Bewohner der Stadt erzählt.[17] Hierauf durchstreift Hildegunst von Mythenmetz planlos die Straßen Buchhaims und widmet sich beherzt den kulinarischen Spezialitäten sowie dem Wein der Stadt.[18] Tags darauf besucht Mythenmetz, aufgrund eines alten Streits nicht ohne Widerwillen, seinen alten Freund Hachmed Ben Kibitzer, einen Eydeeten, in dessen Antiquariat, in dem sich ebenfalls die mit ihnen befreundete Schreckse Inazea Anazazi befindet. Dort erfährt er erstmals von der tödlichen Krankheit seines eydeetischen Freunds und dass dieser im Begriff ist zu sterben. Die beiden Freunde erklären Hildegunst von Mythenmetz, dass sie ihm den Brief mit dem Manuskript „weitergeleitet“[19] haben und Inazea Anazazi berichtet davon, wie sie durch einen Librinauten[20] in dessen Besitz geriet. Hachmed Ben Kibitzer spricht sich vor seinem Ableben dafür aus, dass das Manuskript von Homunkoloss, dem Schattenkönig,[21] stammen könne.[22]
Nachdem Inazea Anazazi die Bestattung sowie den Nachlass des Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer organisierte und Hildegunst von Mythenmetz zeitgleich durch Buchhaim irrte und unter anderem einen Puppenbauer lautstark kritisiert, besuchen die beiden gemeinsam im „Puppaecircus Maximus[23] ein Theaterstück.[24] Das dort gezeigte Theaterstück ist eine Inszenierung von Mythenmetz’ Roman „Die Stadt der Träumenden Bücher“, was Hildegunst von Mythenmetz als dessen Autor und als Zuschauer des Theaterstücks dazu veranlasst sich mitunter im Detail mit diesem und mit seinem Roman auseinanderzusetzen, so auch, was Gemeinsamkeiten und Unterschiede angeht.[25] Diese Vorstellung des Puppetistischen Theaters begeistert Mythenmetz dermaßen, dass er „[v]om nächsten Tag an“[26], teils geführt von der Schreckse Inazea Anazazi,[27] teils im Alleingang[28] oder im Selbststudium[29], sich dem Puppetismus zuwendet und derart sukzessiv einen besseren Überblick über diesen und seine verschiedenen Spielarten erhält.[30] So meint Mythenmetz, dass er „[i]m fortgeschrittenen Lindwurmalter [...] nun ein wissbegieriger Student des Puppetismus“[31] wurde und „ein Buch über den Puppetismus [...] schreiben [wolle]. Eines, wie es noch keines gab.“[32]
Hildegunst von Mythenmetz gibt sodann in all seinen Einzelheiten ein Gespräch mit einem Librinauten wieder, das er während der Pausen eines Theaterstücks mit ihm führte[33] und schildert hierauf verschiedene Formen des Puppetismus und betont dabei die Wichtigkeit des „Puppaecircus Maximus“ für den Puppetismus und somit für das neue Buchhaim.[34]
Anschließend berichtet er über ein Gespräch mit Corodiak Smeik, dem Leiter des „Puppaecircus Maximus“ und nach eigener Aussage dem Zwillingsbruder von Hagod Saldaldian Smeik.[35] Hagod Saldaldian Smeik war, wie Mythenmetz in „Die Stadt der Träumenden Bücher“ schildert, von seinem Neffen Phistomefel Smeik „auf hinterhältige und grausame Weise und aus niederen Motiven ermordet“[36] worden. Phistomefel Smeik beherrschte alsbald den Buchhaimer Buchmarkt und lenkte die Stadt aus dem Hintergrund. Als der junge Hildegunst von Mythenmetz über zweihundert Jahre zuvor erstmals Buchhaim betrat, verbannte Phistomefel Smeik ihn in die Katakomben, bevor Smeik schließlich beim Brand von Buchhaim starb, jedenfalls nach den Ausführungen von Mythenmetz in „Die Stadt der Träumenden Bücher“.[37] In einem Gespräch in „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ spricht Corodiak Smeik mit dem älteren Hildegunst von Mythenmetz nicht nur über seine Rolle innerhalb des Puppetismus, sondern sich auch für die Einzigartigkeit des „Unsichtbaren Theaters“ aus.[38] Mythenmetz, der unter dem Pseudonym Mythold von Silbenschmirgler bei Corodiak Smeik vorstellig wurde,[39] erhält nach seinem Wunsch von ihm eine Eintrittskarte für das „Unsichtbare Theater“.[40]
Noch am selben Tag hatte ich versucht, Inazea zu sehen, um ihr von meiner Begegnung mit Corodiak zu berichten. Aber ihr Antiquariat war verschlossen, und sie reagierte auch nicht auf mein Klopfen. [...] Ungewöhnlich war, dass sie gegen ihre Gewohnheiten keine Nachricht für mich an der Tür hinterlassen hatte[41],
berichtet Mythenmetz, schildert daraufhin seine schlaflose Nacht und dass er sich am nächsten Morgen eine Stunde zu früh in einer Buchhandlung einfand, von der ihn eine Kutsche zum „Unsichtbaren Theater“ bringen soll.[42] In der Kutsche reisen außer ihm „ein Nebelheimer Organist aus dem Cirucs Maximus[43], ein „graubärtiger Druide“[44] und der „Zwerg, mit dem [...] [er] gleich bei [s]einer Ankunft in Buchhaim aneinandergeraten war“[45], zu jener Vorstellung des „Unsichtbaren Theaters“. Durch die sogenannte „Giftige Zone[46] fährt die Kutsche sie zum „Phistomefel-Rüssel[47], an jenen Ort, an dem einst das Haus von Phistomefel Smeik stand, um darüber die Katakomben, das Labyrinth der Träumenden Bücher, in Begleitung „eines erfahrenen Librinauten“[48] zu betreten und ebendort im Dunkeln einer Vorstellung des „Unsichtbaren Theaters“ beizuwohnen.[49] Nachdem die Theaterbesucher das Labyrinth betreten haben, wird das Licht der Lampe gelöscht, was den Beginn der Vorstellung einleiten soll, daraufhin meint Hildegunst von Mythenmetz den Schattenkönig zu hören und zu spüren. Er verfällt in einen von ihm als Ormrausch bezeichneten Zustand und muss anschließend feststellen, nachdem er seine Kerze neuerlich entzündet hat, dass er sich allein im Labyrinth befindet.[50] An dieser Stelle endet der Roman mit dem Hinweis des Übersetzers *Walter Moers, dass die Geschehnisse im nächsten Band fortgesetzt und die offenen Fragen beantwortet würden.[51]




[1] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher. Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz. Aus dem Zamonischen übertragen und illustriert von Walter Moers, S. 13 und S. 17 f.
[2] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 18.
[3] Ebd.
[4] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 18-24.
[5] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 24.
[6] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 25.
[7] Ebd.
[8] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 15.
[9] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 26.
[10] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 38.
[11] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 27.
[12] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 27-43.
[13] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 47.
[14] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 44-64.
[15] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 68.
[16] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 65-82.
[17] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 83-131.
[18] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 132-145.
[19] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 162.
[20] „,Die alten Bücherjäger‘, fuhr er [ein Librinaut] fort, ,wurden nur von zwei simplen Kräften angetrieben: Von ihrem Egoismus und von ihrer Gier. Viel komplizierter waren sie nun mal nicht gebaut. Für einen Bücherjäger gab es nur ihn selbst und die feindliche Welt, die zwischen ihm und seiner Beute stand. [...]‘ [...] ,[...] Der Librinaut hat einen Gesellschaftsvertrag, ob man es glaubt oder nicht. Schön, auch wir sind alle Einzelgänger und Eigenbrötler – das ist eine Berufskrankheit. Aber wir sehen das große Ganze. Die soziale Gemeinschaft. Wir zahlen Gebühren und Steuern, wir halten uns an die Regeln. Wir schmuggeln keine kostbaren Bücher heimlich aus den Katakomben, so wie die alten Jäger es taten. Wir fördern sie zutage, ja. Das ist unser Beruf. Aber wir tun das im Licht der Öffentlichkeit! [...]‘“ In: Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 344 f.
[21] Kibitzer äußert sich folgendermaßen: „,Buchlinge schreiben nicht. Das müsstest du am besten wissen. Sie sind notorische Leser, die ihr Leben der Lektüre gewidmet haben. Das sind konsequente Konsumenten von Literatur, nicht ihre Urheber. So eine komplexe Parodie, wie sie dieser Brief darstellt, kann nur jemand hergestellt haben, der über großes schriftstellerisches Vermögen und lange Praxis verfügt. Und in dem Zusammenhang fällt einem wieder ein gewisser Name ein ...‘ ,Homunkoloss?‘, fragte ich [Mythenmetz]. ,Der Schattenkönig?‘ ,Na ja, er ist der Einzige, der mir einfiele, wenn solche Qualitäten von jemandem verlangt werden, der tief unten im Labyrinth haust. Und er ist das einzige Geschöpf der Katakomben, das dich persönlich kennt und auf die Idee kommen könnte, dir einen Brief zu schreiben [...].‘“ In: Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 172 f.
[22] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 146-183.
[23] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 208.
[24] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 184-287.
[25] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 225-287.
[26] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 288.
[27] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, u.a. S. 296-306.
[28] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, u.a. S. 306-357.
[29] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, u.a. S. 357-371.
[30] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 288-336.
[31] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 296.
[32] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 336.
[33] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 337-357.
[34] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 358-372.
[35] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 388.
[36] Ebd.
[37] Vgl. Walter Moers: Die Stadt der Träumenden Bücher. Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz. Aus dem Zamonischen übertragen und illustriert von Walter Moers, u.a. S. 443-445, 447-451 und S. 471-473.
[38] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 396 f.
[39] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 384.
[40] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 373-400.
[41] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 402.
[42] Vgl. Ebd.
[43] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 404.
[44] Ebd.
[45] Ebd.
[46] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 405.
[47] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 419. Für „[d]ie ausgebrannten Erdtrichter, die neue Zugänge zum Labyrinth geschaffen haben“, in: Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 78, hatte „sich im Volksmund [...] in kürzester Zeit der Begriff Buchhaimer Rüssel durchgesetzt“. In: Ebd. Nachdem „[d]ie Buchhaimer Rüssel [...] offiziell zu Verkehrswegen der Stadt ernannt [...] [wurden], was wiederum die Verwaltung vor die Aufgabe stellte, ihnen Namen zu geben“, in: Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 79, entschied man sich dafür, „ähnlich wie bei vielen Buchhaimer Straßen, [...] die Namen von bekannten Dichtern“, in: Ebd., zu verwenden.
[48] Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 417.
[49] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 405-424.
[50] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 422-427.
[51] Vgl. Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher, S. 429 f.

Montag, 10. Juni 2019

Genie und Wahnsinn - Eine Betrachtung

Einleitung
Genialität und Wahnsinn sind, jedenfalls wenn man sich an Redewendungen und landläufige Vorstellungen hält, äußerst eng miteinander verbunden – im Grunde scheint sie lediglich eine dünne Glasscheibe voneinander zu scheiden. Die Beschaffenheit dieses trennenden Glases ist, wenn wir das Bild einer direkten Beziehung von Genialität und Wahnsinn weiterhin bemühen, das ausschlaggebende dafür, wie sich beide Seiten jenseits der gläsernen Scheibe zueinander verhalten. Das Glas mag geschliffen, gesprungen oder spiegelnd sein und ermöglicht, wenn versucht wird das hinter der Scheibe liegende Andere zu betrachten, entweder eine stechend scharfe Sicht oder nur einen verzerrten Blick oder aber die eigene Reflexion. Aber was geschieht – wenn wir die Scheibe zerschlagen? Wird das eigene Sehen von der einen auf die andere Seite hierauf ungehindert und unmittelbar sein oder aber durch das Funkeln der zu Boden gestürzten Glassplitter geblendet werden.
Um diese Frage, die hier – mit diesem zugegeben etwas überstrapazierten Bild – künstlich konstruiert wurde, zu beantworten, wird im Folgenden erst auf das Genie, dann auf den Wahnsinn und schließlich auf die Verbindung beider geblickt werden.
Ein gehaltvolles, fiktives Werk gleicht einem gutgefüllten Geschirrschrank, denn erst durch das gleichzeitige Nebeneinander von unterschiedlichen Dingen, entsteht ein vielschichtiger Gesamteindruck, der durch seine Fülle verschiedenste Funktionen abdeckt und hierdurch letztlich ein gekonntes Ganzes kreiert. Doch lasst uns den Schrank öffnen, hineingreifen und ein Glas oder doch eine Tasse herausnehmen, also eine bestimmte fiktive Figur, und betrachten wir im Fortgang nur dieses eine Detail, dafür aber genauer.  

Genie
Oberflächig betrachtet scheinen viele fiktive Figuren nach einem gewissen Muster, einer bestimmten Vorstellung, entworfen zu sein und sich diesem Muster folgend in ihrer Befähigung zu einer Sache zu unterscheiden. Drei solcher Figurentypen, sind der "gewöhnliche Mensch", das "Talent" und das "Genie". Auf welche Weise diese voneinander abweichen, wird wenn man sich die Definition eines Genies vor Augen führt, deutlich.
Das Genie gilt seit dem 18. Jahrhundert als jene Figur, deren schöpferisches Vermögen einmalige und zeitüberdauernde große Werke hervorbringt; jedoch nicht auf dem Weg der strengen Übung und Bemeisterung von vorgeschriebenen Regeln, sondern aufgrund der Einzigartigkeit seiner Natur und der Originalität seiner Phantasie.[1]
Zuvor, noch bis zur Zeit der Renaissance[2] wurde das Geniale "als Ausdruck [...] [einer] göttliche Inspiration aufgewertet."[3] In Aussagen wie "Drum gab dir Gott ätherisches Genie"[4] wird dementsprechend beispielhaft die ältere Vorstellung, dass das Geniale des Genies ihm von einer höheren Macht eingeflößt würde, artikuliert und diesem somit eine besondere Form der Legitimation zuteil, die sich etwa auch in der Idee findet, "Dichter würden von den Musen inspiriert"[5] werden. Das Handeln des Genies wurde, etwa im Fall Giorgio Vasaris Biografie über Leonardo da Vinci von 1550,[6] derart beschrieben, "dass eine jede seiner 'Taten' als ein Geschenk Gottes erscheint"[7], ja die Genialität des Individuums nicht "durch menschliches Bemühen"[8] erworben, sondern ein "Geschenk des Himmels und der Sterne"[9] sei. Dieses "menschliche Bemühen" scheidet also das Genie, vom Talent und das Talent wiederum von der "gewöhnlichen" Veranlagung. Jedoch wurde bereits in dieser Biografie da Vincis zum Ausdruck gebracht, "dass der schöpferische Mensch den anderen [zwar] göttlich erscheint, aber ganz und gar Mensch ist"[10]. Dieser Vorstellung folgend wurden in Diderots und d’Alemberts Encylopédie, im Artikel über das Genie, der entsprechende Band erschien erstmals 1757,[11] "das Leben und die Werke des schöpferischen Menschen, etwa Leonardo da Vincis, ihres göttlichen Glanzes"[12] beraubt, womit "[d]as schöpferische Subjekt [...] nicht [mehr als] 'göttergleich' [gesehen], sondern ganz im Gegenteil unabhängig von übernatürlichen  Einflüssen und damit autonom"[13] verstanden wurde.
Encylopédie D'Alemberts und Diderots
Schließlich war diesem gewandelten Gedankengut Rechnung tragend "[i]n der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts [...] dem schöpferischen Subjekt u.a. die Aufgabe übertragen worden, mit Dichterworten den Mikrokosmos mit dem Makrokosmos zu versöhnen und den Lebenssinn zu stiften, der bis dahin von Gottes Wort allein ausgegangen war."[14] Durch diese Verständnisverschiebung war das Genie gewissermaßen sein eigener schöpferisch begabter Gott geworden, wodurch sodann das Genie im allgemeinen Verständnis als "stets originell in seinen Leistungen"[15] begriffen und wie folgt definiert wurde: Das Genie
schafft völlig Neues, löst Probleme, die für unlösbar galten, gibt dem Gedankenkreise und den Bestrebungen seines Zeitalters einen ganz neuen Inhalt oder neue Ziele und leitet so neue Epochen ein, während [hingegen] das Talent sich in hergebrachten Bahnen bewegt, nach vorhandenen Mustern und Methoden arbeitet[16]
und hierbei Fleiß aufwenden muss, um etwas zu kreieren.[17] Dem genialen Geist gelingt Großes dagegen unwillkürlich und unbewusst,[18] doch isoliert dieses "Abweichen von der Norm"[19], von schlichten Talent, dieses über die Maßen begabte Individuum auch. So wird das Genie
[i]nfolge seiner über den Anschauungskreis der Zeitgenossen weit hinausgreifenden Ideen und der ungewöhnlichen Art seiner Produktion [...] nicht selten von der Umgebung verkannt, verfolgt oder gar für verrückt erklärt (Sokrates, Spinoza, Kolumbus, Papin, Stephenson, R. Mayer u. a.). Deshalb sagt Lessing: »bei Lebzeiten und ein halbes Jahrhundert nach dem Tode für einen großen Geist gehalten werden, ist ein schlechter Beweis, daß man es ist«.[20]
Hier soll nicht weiter über die Vielzahl der genialen Köpfe in fiktiven Werken geredet werden, von denen einige hier bereits abgebildet worden sind, sondern sich stattdessen mit einem einzelnen konkreten Beispiel befasst werden.
In der animierten Literaturanthologie Aoi Bungaku wird innerhalb von einer Folge die Geschichte Qualen der Hölle (Jigokuhen 地獄変) des japanischen Schriftstellers Ryuunosuke Akutagawa adaptiert, deren Inhalt hier nun kurz rekapituliert werden soll.
Yoshihide, der fähigste Künstler des Landes, soll, nachdem er gerade ein liebliches Gemälde für den tyrannischen Herrscher Horikawa anfertigte, dessen künftiges Mausoleum in ein kunstvolles Abbild seines Reichs verwandeln. Angesichts der im Namen und im Auftrag Horikawas begangenen Gräueltaten entschließt sich Yoshihide das Mausoleum zu einem wahrhaftigen Abbildes des Landes und seiner Bevölkerung mit allem dort herrschenden Leid umzugestalten und nicht zu jener vom herrschenden Horikawa gewünschten Huldigung seiner Person. Yoshihide bringt diese selbstgewählte Aufgabe jedoch an die Grenzen seiner künstlerischen Fähigkeiten, was ihn ins Straucheln bringt und ihm kurzzeitig wahnhafte Züge verleiht. Schlussendlich, nachdem Yoshihide seine eigene Tochter, die sich zuvor mit ihm den Anweisungen Horikawas widersetzt hatte, auf einem Scheiterhaufen brennen sieht, entzündet sich an diesen für seine Tochter tödlich infernalen Flammen der Geist Yoshihides derart, dass er sein letztes Werk die Gestaltung des Mausoleums im genialen Rausch als jene vollkommene Darstellung der Qualen der Hölle beenden kann.
brummli brummli brummli meine Freunde, bevor es mit dem Wahnsinn hier weitergeht, wende ich mich währenddessen ich diesen Blogeintrag editiere kurzerhand direkt an euch. Und warum auch nicht? Nachdem wir gesehen haben, dass sich Genie und Talent durch eine unwillkürliche Begabung unterscheiden und wie garstig die Welt sein kann, lasst mich ehe wir mit dem eigentlichen Beitrag voranschreiten noch ein paar Sätze eines Nachworts Friedrich Dürrenmatts zitieren:
1. Ich gehe nicht von einer These, sondern von einer Geschichte aus. 2. Geht man von einer Geschichte aus, muss sie zu Ende gedacht werden. 3. Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmst mögliche Wendung genommen hat. 4. Die schlimmst mögliche Wendung ist nicht voraussehbar. Sie tritt durch Zufall ein. 5. Die Kunst des Dramatikers besteht darin, in einer Handlung den Zufall möglichst wirksam einzusetzen. 6. Träger einer dramatischen Handlung sind Menschen. 7. Der Zufall in einer dramatischen Handlung besteht darin, wann und wo wer zufällig wem begegnet. 8. Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen. 9. Planmäßig vorgehende Menschen wollen ein bestimmtes Ziel erreichen. Der Zufall trifft sie immer dann am schlimmsten, wenn sie durch ihn das Gegenteil ihres Ziels erreichen: Das, was sie befürchteten, was sie zu vermeiden suchten (z.B. Ödipus). 10. Eine solche Geschichte ist zwar grotesk, aber nicht absurd (sinnwidrig). 11. Sie ist paradox. 12. Ebenso wenig wie die Logiker können die Dramatiker das Paradoxe vermeiden. 13. Ebenso wenig wie die Logiker können die Physiker das Paradoxe vermeiden. 14. Ein Drama über die Physiker muss paradox sein. 15. Es kann nicht den Inhalt der Physik zum Ziel haben, sondern nur ihre Auswirkungen. 16. Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkungen alle Menschen. 17. Was alle angeht, können nur alle lösen. 18. Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen ,was alle angeht, muss scheitern. 19. Im Paradoxen erscheint die Wirklichkeit. 20. Wer dem Paradoxen gegenübersteht, setzt sich der Wirklichkeit aus. 21. Die Dramatik kann den Zuschauer überlisten, sich der Wirklichkeit auszusetzen, aber nicht zwingen, ihr standzuhalten oder sie gar zu überwältigen.[21]
Und damit geht es auch schon weiter, mit dem Wahnsinn. 

Wahnsinn
Dieses neue Verständnis von Genialität, dass das schaffende Selbst als autonom von göttlichen und gesellschaftlichen Einflüssen verstand, und auf der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts gründete, brachte nicht nur einen Innovationszwang, in Abgrenzung zu den seit der Antike bestehenden Konzepten von Imitatio und Aemulatio mit sich, wenn etwas neu Geschaffenes als genial gelten sollte, sondern bedingt zugleich "das Abweichen von der Norm"[22] und damit einhergehend die mögliche Isolation des Individuums und die Furcht der Gesellschaft vor diesem Anderen. Oder trefflicher formuliert:
Autonomie des schöpferischen Subjekts, das hieß ja nicht bloß Unabhängigkeit und Emanzipation von den gesellschaftlichen Beschränkungen und Bedingtheiten. In der Konsequenz dieser Konzeption lag ebenso Isolation des schöpferischen Menschen, die "Einsamkeit" des Dichters, Melancholie, Weltverlust und, im schlimmsten Falle, Wahnbildung und Wahnsinn im Abseits einer allen anderen unzugänglichen Sonderwelt. Damit stand zugleich die normale Lebensfähigkeit des Künstlers in Frage. Nach dem Vorklang des "Werther", der die Selbstverfallenheit des neuen Subjektivismus als eine ausweglose "Krankheit zum Tode" darstellt, hat Goethe im "Tasso" diese Problematik als spezifische Künstler-Problematik gestaltet. [...] Der 'Tasso' bildet in jeder Beziehung den Scheitelpunkt in der Entwicklung der neuen Anschauung vom Dichter und vom Künstler überhaupt, die mit der Literatur-Revolution des 18. Jahrhunderts aufgekommen war. Denn einerseits beharrt dieses Werk noch auf dem Eigenwert künstlerischer Existenz und auf der schlechthin idealen Schöpfungskraft, die dem Genie zukommt; andererseits thematisiert es bereits den Zusammenstoß mit der Lebensrealität, wie besonders das Verhältnis zur Gesellschaft zeigt. Beide Sphären, die der Kunst und die der Lebenswirklichkeit, können ihr Recht behaupten. Daraus ergibt sich der tragische Konflikt – ein Konflikt, der Epoche macht. Denn diese unaufhebbare "Disproportion des Talents mit dem Leben" wird nicht nur die ganze Romantik bestimmen, am deutlichsten E. T. A. Hoffmanns mit dem Leben verzweifelt zerfallene Künstlerexistenzen; sie zieht sich in vielfältigen Formen [...] bis ins 20. Jahrhundert[23] 
und zeigt hierbei, dass "[a]us dem innersten Bezirk der Kunst [...] die Gefahr des Wirklichkeitsverlusts"[24] zu erwachsen scheint. 
Eine Illustration von "Die Leiden des jungen Werthers"
Welches Werk könnte diesen Konflikt besser greifbar werden lassen, als Osamu Dazais Roman Gezeichnet? Als Animevariante ist der Stoff um den Protagonisten Youzo Ouba, dessen mangelnde Empathie ihn einerseits in eine weltabgewandte Isolation und andererseits in Angst, Schuldgefühle und Alkoholismus führt, in den ersten vier Folgen von Aoi Bungaku zu finden. Ein anderes bekanntes Beispiel dürfte der Wahnsinn des Doktor Steins im Anime Soul Eater sein.
"Das abnorme Verhalten [sogenannter 'Geisteskranker'] wirkte [in früheren Tagen deshalb] beängstigend, weil es für [die] geistige[n] Krankheitszustände keine rechten Erklärungen gab, meistens gab es einen Wust aus religiösen, abergläubischen und körperlichen Deutungsversuchen"[25], die aber nichts erklärten. Zuvor war 
Irresein [...] stets ein Zustand religiöser Bedeutung gewesen, einmal als Stigma von Seherinnen wie Kassandra, einmal als Zeichen dämonischer Besessenheit wie in der Bibel. In jedem Fall schrieb man der Krankheit eine Verbindung zu anderen Welten zu, einen Kontakt mit dem Übersinnlichen, das zukünftige oder verborgene Kenntnisse vermitteln konnte. Mit dem Verlust des allein selig machenden Glaubens durch die Kirche und das Christentum verlor auch die Verrücktheit ihre metaphysische Bedeutung, sie wurde eine profane Krankheit, die zwar noch unheimlich war, aber nicht mehr so einfach ritualisiert werden konnte, d.h. durch Wallfahrten, Ekstasen oder auch Exorzismen auf einen festen Platz in der Welt verwiesen wurde. Nun wirkte sie nur noch störend, gerade weil sie auf den Werteverfall hinwies und die mühsam erhaltenen Normvorstellungen zu verhöhnen schien. Auch die Naturwissenschaften konnten hier ihr unausgesprochenes Versprechen, für neue Lösungen und Werte zu sorgen, nicht einhalten. Den Hysterikern, Depressiven, Schizophrenen usw., die damals für den Laien ein und dieselbe Kategorie Geisteskranker bildeten, war weder mit Eisbädern noch mit Elektroschocks oder Schlafentzug auf Dauer beizukommen.[26]
Hallo, ich noch einmal. Beim Korrekturlesen. So unschön diese Schilderungen auch gewesen sein mögen, so wichtig sind sie rückblickend leider auch. Ich überspringe hier ein paar vorher aufgenommene Sätze und versuche es anders, denn der Wahn hat ja nicht nur seine schlechten Seiten, nicht wahr? Der Sprung im Glas macht dieses schließlich einzigartig. Aber lasst mich ein besseres Beispiel geben als gesprungenes Glas. Wenn ich etwa einen Handstand mache und dadurch auf dem Kopf stehe, dann steht für mich und meine Wahrnehmung, wenn ich dann mit meinen Füßen an der Wand lehne und mich umsehe gleichfalls die ganze Welt auf dem Kopf, nicht wahr? Und dann stellt sich doch die Frage, wer steht denn dann eigentlich auf dem Kopf? Ich oder die Welt? --- Weiter mit dem Eintrag...
"Der 'Wahnsinn' kann demnach und von einer anderen Perspektive aus auch als eine 'andere Vernunft', d.h. die Logik des Andersempfindens aufgefaßt werden. Zugleich aber bietet diese Andersartigkeit auch die Möglichkeit zu einer gesteigerten Selbst- und Welterfahrung, denn das Künstlertum und der Wahnsinn bilden beiden, die übersteigertste Form der Einbildungskraft, denn der Wahnsinn kann als 'Zustand eines veränderten, höheren Bewußtseins' und damit als dem inspirierten Zustand des Künstlers nahestehend interpretiert werden."[27] Was etwa am Beispiel von Yoshihide und seiner Sicht auf die Wirklichkeit im angeführten Qualen der Hölle deutlich geworden sein dürfte.

Genie und Wahnsinn
Die Redewendung "Es ist ein schmaler Grat zwischen Genie und Wahnsinn" findet sich nicht nur im Deutschen, sondern auch in anderen Sprachen, so auch im Japanischen (天才と狂人は紙一重 bzw. 馬鹿と天才は紙一重).  
In Meyers Großes Konversations-Lexikon aus dem Jahre 1907 heißt es: Es ist "der Versuch gemacht worden, eine Verwandtschaft zwischen G[enie] und Wahnsinn wissenschaftlich nachzuweisen, von der schon Platon (der »göttliche Wahnsinn« der Dichter), Aristoteles und neuere Schriftsteller (Schopenhauer) andeutungsweise sprechen."[28] Weiter ist dort zu lesen, dass tatsächlich auffällig sei, "daß eine ganze Menge genialer Menschen dem Wahnsinn verfielen (Tasso, Swift, Lenau, Donizetti, Schumann, Haller, Comte, Nietzsche), während andre durch ihre Absonderlichkeiten dessen Grenze streiften (Byron, Rousseau, der alternde Newton u. a.). Anderseits hat man beobachtet, daß bei Irren bisweilen geistreiche Gedankenblitze und poetische Fähigkeiten hervortreten"[29], was auf eine Aussage Arthur Schopenhauers rekurriert.
"Die oft bemerkte Verwandtschaft des Genies mit dem Wahnsinn", sagt Schopenhauer, "beruht eben hauptsächlich auf jener, dem Genie wesentlichen, dennoch aber naturwidrigen Sonderung des Intellekts vom Willen." Als Prototyp dieses aufgrund seiner Genialität zum Wahnsinn disponierten Künstlertums gilt Schopenhauer Goethes Tasso. Auch auf die alten Topoi vom Dichterwahnsinn beruft er sich. Andererseits berichtet er naturalistisch von seinen Besuchen in Irrenhäusern. Dort habe er "einzelne Subjekte von unverkennbar großen Anlagen gefunden", "deren Genialität deutlich durch den Wahnsinn durchblickte".[30]
In Schopenhauers Ausführungen jedoch erscheint "Wahnsinn [...] nicht mehr bloß als tragische Konsequenz genialen Künstlertums. Er wird selbst als 'Kunstwerk' ausgebeutet. [...] Hat das Genie ursprünglich eine verhängnisvolle Affinität zum Wahnsinn – was die Psychiatrie des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich untermauerte –, so erhält nun der Wahnsinn an sich schon etwas vom Glanz des Genialen."[31]
Und hier reihte sich wieder mal Zitat an Zitat. Also warum nicht noch eines mehr? So schrieb der gute Wieland: "Ein Wahn, der mich beglückt, ist eine Wahrheit wert, die mich zu Boden drückt", was aber jetzt nicht unbedingt etwas mit dem zuvor Gesagten zu tun hat. Oder etwa doch? Aber: "Jeder spinnt auf seine Weise – der eine laut, der andere leise." Das war übrigens Ringelnatz und damit weiter mit dem Blogeintrag. 
Der historische Rückblick zeigt, dass "[s]chon Aristoteles [...] betont  [hatte], daß alle, die als Künstler, Philosophen, Dichter oder Staatsmänner Großes leisten, zur Melancholie neigen, die auf einem Übermaß an schwarzer Galle beruht und sowohl Künstlern wie Wahnsinnigen eigen ist. Obgleich Platon zwischen schöpferischer und klinischer mania unterschied, hielt sich der Topos von 'Genie und Wahnsinn' bis in unser Jahrhundert." Selbstverständlich muss darauf hingewiesen werden, dass "die Spannbreite melancholischer Befindlichkeit gewaltig [ist]. Aristoteles (und mit ihm Seneca) betrachtet deshalb die der Melancholie zuneigenden Künstler keinesfalls per se als seelisch krank, sondern aufgrund ihrer Sensibilität als gefährdet, als zur Exzentrik disponiert. Doch nicht der Absturz in die Krankheit siegt am Ende, sondern die künstlerische Leistung".[32]
Immer wieder entsteht durch neue Erfindungen, durch wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, wenn man so will, die von genialen Zeitgenossen ersonnen wurden, und durch wahnhaftes Handeln ihrer Person, häufiger jedoch anderer, eine verhängnisvolle Gefahr für die Menschheit oder aber die Welt an sich. Shingodzilla, Patlabor, Steamboy, Darling in the Franxx, Prinzessin Mononoke oder Nausicaä wären einige fiktive Exempel hierfür.
Ein anderes Beispiel für mögliche Verschränkungen von Genialität und Wahnsinn unter vermeintlich wissenschaftlichen Vorzeichen zeigt sich in animierter Form und gerade dort in der Abkehr von den Werten der restlichen Gesellschaft, an der Chimärenerschaffung Shou Tuckers in Fullmetal Alchemist. Die Entdeckung seiner grauenhaften Experimente und was diese letztlich Bedeuten lässt ...
flusch kata ballubasch zack hitti zopp zack hitti zopp hitti betzli betzli prusch kata ballubasch fasch kitti bimm. Dieser Teil ist jetzt doch etwas langatmiger geworden als vorab gedacht, deshalb streiche ich hier einfach rigoros einige Zeilen, damit wir dann gleich wirklich zum eigentlichen Punkt des Beitrags kommen können.
"Die bisher vorliegenden Studien zeigen, dass nicht alle psychischen Störungen mit hoher Kreativität einhergehen. Vielmehr wirkt die Veranlagung zu bipolarer Störung und Schizophrenie positiv." Dementsprechend werde "die früh entstandene Annahme einer besonderen Nähe zwischen 'Genie' und 'Wahnsinn' im Sinne einer konvergierenden Evidenz durch moderne epidemiologische und auch genetische Untersuchungen gestützt. Aus klinischen Beobachtungen ist klar ersichtlich, dass der Ausbruch einer psychischen Erkrankung für die Betroffenen oftmals schwere berufliche Nachteile zur Folge hat. Und auch die Kreativität selbst ist während einer psychischen Erkrankung des Öfteren eingeschränkt. Dazu passen Befunde, die eher einen Zusammenhang zwischen Kreativität und der Veranlagung zur psychischen Störung sehen als zwischen Kreativität und psychischer Störung selbst."[33]

Das Ende der Genialität
Wenn allerdings der technische beziehungsweise wissenschaftliche Fortschritt selbst eine Bedrohung für die Ordnung der Welt, ja die Welt selbst darstellt, gerade dann, wenn diese Neuerungen den falschen Leuten in die Hände geraten, wäre es dann nicht besser, wenn es diese neuen Erfindung nicht gäbe, wenn diese neue Entdeckung nie gemacht worden wäre? Und so scheint es für jene, die sehenden Auges das aufziehende Unheil erahnen, nur die Möglichkeit des eigenen Handelns zugeben, um Schlechtes zu verhindern. Im Falle des Großvaters in Steamboy, der sich gegen seinen Sohn wendet, da er erkennt, welche fatalen Folgen ihre gemeinsame Erfindung haben könnte, ist dem so, in anderen Fällen, wenn es das Wissen an sich ist, von dem aus die Gefahr ausgeht, scheint es hingegen nur den einen Ausweg zu geben, dieses Wissen vor der Welt zu schützen und wenn dieses Wissen im eigenen Kopf sitzt, dann bleibt, jedenfalls erwächst dieser Eindruck, nur die Möglichkeit die eigene Genialität zu leugnen, sich aus den Verflechtungen jedweder Abhängigkeit zu befreien und sei es dadurch, dass man den Wahnsinnigen spielt. Ein doch eher bekanntes Exempel hierfür ist Rintarou Okabe in Steins;Gate, der sich als verrückter Wissenschaftler Hououin Kyouma ausgibt.
Doch leider lehrt uns Friedrich Dürrenmatts Theaterstück Die Physiker, dass selbst die Flucht des genialen Physikers in den vermeintlichen Wahn und genauer in eine psychiatrische Anstalt keine Lösung ist.
Ein letztes Mal unterbreche ich diesen Blogeintrag hier seinem Fortgang. Wer sich mehr mit der von der Welt aufgeworfenen und von Dürrenmatt in seinem Stück gestellten Frage beschäftigen möchte, dem empfehle ich Werner Heisenbergs kurzen Text "Über die Verantwortung des Forschers". Aber deshalb pausiere ich diesen Beitrag nicht, sondern um zu fragen, was wir aus alle dem lernen können. Und was lernen wir daraus? Vielleicht das der Verrückte doch immer nur die eigene Person ist? Vielleicht auch nicht? Ich weiß auch nicht. Vielleicht sollten wir noch einmal in den Spiegel sehen? brummli brummli brummli brummli brummli brummli brummli brummli – Wir Menschen haben uns die Erde untertan gemacht und uns selbst zum Maß aller Dinge erhoben. Wir haben Kultur gegen Natur gestellt und versucht das große Ganze nach unseren Vorstellungen zu verändern. Unser Umfeld nach unseren Wünschen konstruiert. Der decartschen Trennung von Geist und Körper folgend hat sich unser Denken und Handeln in konsumistische Hypothesen verabschiedet und scheint jeden Bezug zur Realität zu verlieren. Unsere Hybris besteht darin, dass wir zu glauben scheinen, dass wir Veränderungen nur durch Wunschdenken erzielen können und das wir selbst – gottgleich – die Macht haben durch das Leugnen einer Sache diese aus der Welt zu schaffen. Dass wir in dieser Hinsicht fast alle an einem kollektiven Größenwahn erkrankt sind, dazu muss man nicht einmal ausholen, unser Handeln tötet mitunter und wir wissen es und wir verändern dennoch nichts Wesentliches. Ich meine, wenn man schon in der Psychologie Heute – der Psychologie Heute – Aussagen wie die folgende lesen kann, was sagt das über den allgemeinen Eskapismus?
Sehen Sie: Wenn wir in unserem Größenwahn glauben, wir könnten die seit dem industriellen Zeitalter begonnene Zerstörung unserer Lebensgrundlage noch stoppen, reicht es zu bedenken, dass seit 1970 allein in Großbritannien über die Hälfte der dort noch verbliebenen Wildtiere durch menschliches Handeln umgebracht wurde. Seit Jahrzehnten können wir beobachten, in welcher selbstzerstörerischen Gefahr wir als Spezies schweben. Das Endspiel ist frei nach Beckett längst angepfiffen. Unser Verschwinden von dieser Erde ist nicht aufzuhalten. Der berühmte Physiker Stephen Hawking sieht das nicht anders. Trotzdem glauben die meisten Leute: Es wird schon irgendwie weitergehen. Das ist für mich der verheerendste Größenwahn.[34]
Aber es scheint sich ja etwas zu tun, Einige scheinen begriffen zu haben, dass man nicht einfach so ohne Gegenwehr dem eigenen Ende[35] entgegengehen muss, was dem französischen Soziologen Bruno Latour folgend unter anderem an Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen lag, da dieser Schritt aller Welt die Handlungsunfähigkeit der internationalen Politik deutlich vor Augen geführt habe.[36]
Aber zur Wahrheit gehört auch jene Aussage, die bereits im Mai 2018 im Deutschlandfunk zum Kampf gegen die Erderwärmung zu hören war:
'Eigentlich gibt ja keiner zu, dass es schon fünf nach zwölf ist. Es ist eher erstaunlich, dass es seit 30 Jahren immer fünf vor zwölf ist. Die Erzählung ist immer: Wir sind an einer Wegscheide, wir können es noch schaffen, aber wir müssen jetzt wirklich anfangen und viele in der Politik wundern sich, warum es ständig fünf vor zwölf ist.'[37]
Und wer weiß, vielleicht lässt sich bei sofortigen Änderungen das Schlimmste ja tatsächlich noch verhindern.[38] - Ich meine negative Emissionen ab 2050,[39] wer denkt sich so etwas aus?
Aber zurück zu einem fiktiven Werk, in dem die kommende Zerstörung der Welt zwar vom Einzelnen erkannt, aber nicht aufgehalten werden konnte. Einem postapokalyptischen Werk, wie man so schön sagt. Ich frage mich jedoch, haftet dem Begriff postapokalyptisch nicht auch eine gewisse Form des Wunschdenkens an, nämlich dass es nach der Apokalypse ein später geben wird? Aber wahrscheinlich können wir uns die Welt ohne Menschen gar nicht vorstellen. Wer weiß? Und natürlich gib es solche Vorstellungen, die Erde ohne den Menschen, man muss nur ein Buch wie "Die Welt ohne uns" lesen, um dies zu sehen. Aber ich schweife ab. Vielleicht, ja vielleicht... mmmmh, wer weiß.... also, wenn unsere Füße uns nicht ans Ziel führen, vielleicht ist es ja dann an der Zeit auf den Händen zu laufen. Vielleicht geht es dann ja weiter. Wo ist denn überhaupt jetzt dieser Spiegel... ach, was soll's aus dem Augen, aus dem Sinn und weiter mit diesem Beitrag.
Es gibt einen Anime, der all das bisher hier Geäußerte in seiner gesamten widersprüchlichen Vielschichtigkeit in sich birgt und auf interessante Weise ausstellt. Die literarische Vorlage dieses Werks der Roman The incredible tide von Alexander Key aus dem Jahre 1970 entstand aus der Situation und dem Verständnis des "Kalten Kriegs". Für die 1978 veröffentlichte Animefassung dieses Stoffs die den Titel Mirai Shounen Conan oder auch Future Boy Conan trägt, war jedoch noch ein anderer Umstand wesentlich. Denn man erkennt, wenn man Future Boy Conan mit den anderen Werken vergleicht, die Hayao Miyazaki und Isao Takahata in dieser Zeit produzierten, sei es Heidi 1974, Anne mit den roten Haaren 1979 oder Nausicaä 1984, dass all diesen Werken eine ähnliche Thematik zugrunde liegt. Die Bedrohung der Welt durch die Menschen und das Leben mit der Natur als Lösung angesichts dieser Bedrohungen. Dieses Plädoyer für den Schutz der Welt und ein Leben der Menschheit im Einklang mit der Natur, findet sich in der Mehrzahl der Filme der beiden Mitbegründer des Studio Ghiblis, wie beispielsweise in Prinzession Mononoke, Ponyo, Pompoko und vielen weiteren von ihnen geschaffenen Titeln.
Die Veröffentlichung von Grenzen des Wachstums 1972 des Club of Romes könnte zeithistorisch ein Katalysator für die Wichtigkeit des Naturschutzes gewesen sein, der die beiden Regisseure und ihr künftiges Schaffen nachhaltig prägte.  
Die Figuren in Future Boy Conan werden denn auch mehrfach, bei weitem ausführlicher als im Roman, vor noch nicht unmittelbar erkennbaren Katastrophen gewarnt, die jedoch ein ums andere Mal von der Mehrheit ungehört eintreten. Die Art und Weise wie diese Wahrungen mit den sich hierauf anschließenden Auswirkungen inszeniert werden, erinnert stark an eine Passage aus dem Bericht des Club of Romes, die in der deutschen Ausgabe auf Seite 164 abgedruckt ist und wie folgt lauten: "Wenn die Menschheit wartet, bis die Belastungen und Zwänge offen zutage treten, hat sie – wegen der zeitlichen Verzögerung im System – zu lange gewartet."[40] Diese vor fast fünfzig Jahren formulierte Wahrung wird gewissermaßen zur Prämisse des Animes und zwar entgegen der ursprünglichen Romanhandlung, die als neusintflutliche Erzählung den Lesern nur den Glauben an Gott und das Vertrauen auf die innere Stimme Gottes offeriert. Dass diese christlich religiösen Bezüge im Anime größtenteils gestrichen und teils durch wissenschaftliche Vorstellung ersetzt, dass die Welt und vor allem die Figuren sowie die Handlungen im Anime im Unterschied zum Roman liebevoll ausstaffiert und auffallend ausgebaut wurden, erinnert an ähnliches Vorgehen Miyazakis und Takahatas im Fall von Heidi.
Da ich davon ausgehe, dass die meisten von euch Future Boy Conan noch nicht gesehen haben, was ihr unbedingt tun solltet, bleibe ich im Folgenden äußerst Vage. 
Es gibt in Future Boy Conan einige wenige Figuren, die imstande sind telepathisch miteinander zu interagieren, ein Überbleibsel der inneren göttlichen Stimme aus dem Roman, dass als solches klar die alten Genievorstellungen der Einflussnahme einer höheren Macht auf bestimmte Auserwählte enthält. Es gibt jene großen Erfinder, deren Wissen nicht in die falschen Hände geraten soll und die vor der nahenden Katastrophe zu fliehen versuchen. Es gibt von Machtgier besessene Anführer, es gibt autonom und allein aus sich selbst heraus Großes vollbringende Figuren, Figuren, die als verrück bezeichnet werden, weil sie von der Norm abweichen, und es gibt Figuren, die in ihrer Realitätsfluch das drohende und sie schließlich vernichtende Unheil nicht wahrhaben wollen. Und dass ist im Grunde nur der fünfminütige Rückblick, auf alles was geschah, bevor die eigentlich Handlung des Animes einsetzt und all diese Elemente neuerlich miteinander mischt.
Nachdem wir mit durch das geschliffene Glas geschärftem Blick auf Genie und Wahnsinn, mit flüchtig verzerrter Sicht auf einige Animeserien und hierbei die spiegelnden Reflexionen der Wirklichkeit gesehen haben, kann dieser Blogeintrag nur das Vorwort des Romans The incredible tide zitierend enden: "An einen unbekannten Menschen [...] wahrlich was hier geschrieben steht ist bereits passiert. Es liegt an uns allein, ob dies eine Erinnerung oder eine Prophezeiung ist."[41]



[1] Gabriele Brandstetter: Genie - Virtuose - Dilettant, S. 9.
[2] Vgl. Peter Brockmeier: Innovation und Destruktion in der Genieästhetik, S. 98.
[3] Ebd.
[4] Christian Friedrich und Daniel Schubart: Gedichte, S. 477.
[5] Peter Brockmeier: Innovation und Destruktion in der Genieästhetik, S. 98.
[6] Vgl. Ebd.
[7] Peter Brockmeier: Innovation und Destruktion in der Genieästhetik, S. 99.
[8] Ebd.
[9] Ebd.
[10] Ebd.
[11] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Encyclop%C3%A9die_ou_Dictionnaire_raisonn%C3%A9_des_sciences, _des_arts_et_des_m%C3%A9tiers#Ver%C3%B6ffentlichungsdaten.
[12] Peter Brockmeier: Innovation und Destruktion in der Genieästhetik, S. 99.
[13] Ebd.
[14] Peter Brockmeier: Innovation und Destruktion in der Genieästhetik, S. 106.
[15] Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 568.
[16] Ebd.
[17] "Das Talent ist sich seiner selbst bewußt, es weiß, wie und warum es zu gewissen Schlüssen gelangt, mit sorgfältigem Fleiß berechnet es die Mittel zum Zweck und kombiniert die Einzelheiten zum Ganzen; das G. schafft unwillkürlich und unbewußt, es kämpft zwar oft lange unter den Geburtswehen der neuen Ideen, schließlich aber treten diese Ideen unvermittelt, ungesucht und wie zufällig fertig vor die Seele." In: Ebd.
[18] Vgl. Ebd.
[19] Kathrin Geltinger: Der Sinn im Wahn. "Ver-rücktheit" in Romantik und Naturalismus, S. 33 f.
[20] O.V.: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 568.
[21] Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker. S. 91-93.
[22] Kathrin Geltinger: Der Sinn im Wahn. "Ver-rücktheit" in Romantik und Naturalismus, S. 33 f.
[23] Jochen Schmidt: Die Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945. Band I, S. 336 f.
[24] Ebd.
[25] Kathrin Geltinger: Der Sinn im Wahn, S. 34.
[26] Kathrin Geltinger: Der Sinn im Wahn, S. 34.
[27] Magdolna Orosz: Identität, Differenz, Ambivalenz, S. 80.
[28] O.V.: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 568.
[29] O.V.: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 568.
[30] Jochen Schmidt: Die Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945. Band I, S. 475.
[31] Ebd.
[32] Klaus Bergdolt: Der psychisch kranke Künstler - ein historischer Rückblick, S. 255.
[33] Johannes Kornhuber: Kreativität und psychische Störung, S. 133.
[34] Psychologie Heute 2/2018: Die Stärke der Stillen, S.13.
[35] Vgl. u.a. https://docs.wixstatic.com/ugd/148cb0_a1406e0143ac4c469196d3003bc1e687.pdf, https://www.youtube.com/watch?v=F4jDk2MPZbA, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320718313636, https://www.tagesschau.de/ausland/un-bedrohte-artenvielfalt-101.html und https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/wetterextreme-im-sommer-2018-waren-verbunden-durch-stockende-riesenwellen-im-jetstream?set_language=de.
[36] Vgl. Bruno Latour: Das terrestrische Manifest, S. 11-16.
[37] https://www.deutschlandfunk.de/kampf-gegen-die-erderwaermung-keiner-gibt-zu-dass-es-schon.724.de.html?dram:article_id=418954.
[38] Vgl. u.a. https://www.youtube.com/watch?v=z3EoCKgzLo4 und https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2019- 05/flugverzicht-klimapolitik-emissionen-verantwortung-privileg, am 09.06.2019.
[39] Vgl. u.a. https://www.deutschlandfunk.de/klimawandel-und-kuenstliche-baeumenegative.676.de.html?dram:article_id=439011, https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/research-in- context/details/news/negative-emissionen-gegen-die-erderwaermung-zu-optimistisch-gerechnet/ und https://www.klimareporter.de/erdsystem/mysterioese-negative-emissionen, am 09.06.2019.
[40] Dennis Meadows (1972): Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Romes zu Lage der Menschheit, S. 164.
[41] Alexander Key: The incredible tide, S. 4.