Dienstag, 15. Dezember 2015

Bildende Kunst: Bilder zu Heiligabend und Neujahr

Iwan Iwanowitsch Schischkins (Иван Иванович Шишкин, 1832-1898) "Tannenbaum" entstand mit Bleigriffel auf Papier etwa um 1871.

Paul Gauguins (1848-1903) postimpressionistisches Bild "Weihnachten" aus dem Jahr 1894. 

Carl Larssons (1853-1919) Aquarellgemälde "Nun ist wieder Weihnachten" aus dem Jahre 1907. 

Heinrich Zilles (1858-1929) Karikatur "Weihnachtsabend".
 
Farbiger Ukiyo-e-Holzschnitt von Kitagawa Utamaro (喜多川 歌麿, 1753-1806) etwa aus dem Jahre 1789, fünftes Blatt die "Affenvorstellung" (Sarumawshi) aus dem Werk "Gedichte und Bilder zu Neujahr".

Der Ukiyo-e-Holzschnitt "Feuerwerk auf der Ryogoku-Brücke" aus dem Edo(Tokugawa)-Zeit (1810) wurde von Utagawa Toyokuni (歌川 豊国, 1769-1825) geschaffen.  
 

Das postimpressionistische Bild "Feuerwerk" von Félix Vallotton (1865-1925) aus seiner Serie "Die Weltausstellung" erschien 1901. 


Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!  

メリー・クリスマス。よいおとしを!

Merry Christmas and a happy New Year! 

Joyeux Noël et Bonne Année !

Zalig kerstfeest en een gelukkig nieuwjaar!

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Bilderquelle: http://www.zeno.org - Contumax GmbH und Co. KG 

Dienstag, 1. Dezember 2015

Bildende Kunst: Die Vorgeschichte des Comics?

Bildende Kunst:
Der Einfluss auf die sequentielle Kunst
Hieronymus Boschs "Garten der Lüste" als Exempel
Innenansicht von H. Boschs "Garten der Lüste"
Monika Schmitz-Emans schreibt auf der dritten Seite ihres Werks "Literatur-Comics":
"Einerseits ist es sinnvoll, den Comic im Kontext der langen Geschichte der Bilderzählung  zu sehen, andererseitspricht auch vieles dafür, seine eigentliche Geschichte erst mit dem späten 19. Jahrhundert beginnen zu lassen. In dieser Zeit gehen die Verleger der großen Tages- und Wochenzeitungen dazu über, komische Bildgeschichten abzudrucken, die schnell das Interesse einer breiten Leserschaft finden."
Dieser Blogeintrag wird einen Blick auf die Bildabfolge von Bilderzählungen und somit auch auf den geschichtlichen Kontext werfen. 
Wilhelm Busch: "Julchen, Ein festlicher Morgen, Blatt 18"
Bis zur Veröffentlichung der Werke von Wilhelm Busch (1832-1908) und L. Meggendorfer (1847-1925), die die Wende hin zu einer "engen Bildfolge" realisierten, "herrschte in der Bildgeschichte die 'weite Bildfolge' vor. Hier liegen die Einzelbilder zeitlich recht weit auseinander. Die Bildabfolge reiht Höhepunkte, Stationen eines umfangreichen Geschehens aneinander. Das fordert vom Rezipienten aufmerksames Betrachten und assoziatives, kombinierendes Geschick, um den Zusammenhang der Bilder zu erfassen. Oft gelingt das nur, weil der erzählte Stoff schon vertraut ist oder, wie in vielen Bilderbogen- oder Bilderbuchgeschichten dieser Erzählweise, ein erzählender Untertext Verbindungen herstellt." Diese hier von Dietrich Grünewald auf Seite 13 seiner Publikation "Comics" beschriebenen "weiten Bildabfolge" bestehen denn auch etwa in den Bilderserien von William Hogarth (1697-1764), in manchen Darstellung der Arma Christi oder auch in den Triptychen Hieronymus Boschs (1450-1516). 

William Hogarths "Folge 'Die Wahlen'[3]"

William Hogarths "Folge 'Die Wahlen'[4]"

Im Folgenden wird sich dieser Beitrag nun mit Boschs Werk "Der Garten der Lüste" befassen, dessen mittlere Tafel der "Garten der Lüste" auch als "Imaginäres Paradies" benannt ist, und dessen linke Tafel das "Paradies" und dessen rechte Tafel die "Hölle" abbilden und dementsprechend auch nach jenen Abbildungen bezeichnet wurden.
Das Eigentümlichste an ebendiesem Triptychon Hieronymus Boschs ist, dass sich "[j]eder Bibelkenner […] schon damals eingestehen [musste], dass er im Hauptbild des Triptychons auf eine Fiktion stieß, denn dieser unschuldige Zustand einer paradiesischen Menschheit hat nicht nur in der biblischen Erzählung niemals bestanden, sondern wird auch durch die Logik der Bibel völlig ausgeschlossen."[1]
Für Bosch war diese Darstellung zur damaligen Zeiten, in der mitunter äußerst rigeros gegen Ketzer vorgegangen wurde, deswegen möglich, weil er auf der ersten Tafel seines Triptychons das Paradies ohne den Sündenfall zeigt[2] und somit ein "Imaginäres Paradies" entwirft, welches erzählt, wie sich das Paradies entwickelt haben würde, wenn es den Sündenfall niemals gegeben hätte. Bosch löst sich in der künstlerischen Darstellung der Bibelmotive somit erstmals von einem reinen Nacherzählen.[3] Was jedoch keineswegs bedeutete, dass sich Hieronymus Bosch in der Darstellung des "Imaginären Paradies" abseits der Bibeltexte bewegte, ganz im Gegenteil hielt er sich getreu an deren Ausführungen und zeichnete das Paradies als jenen Ort der Wollust, als der er in der Bibel beschrieben wird. Dieser Sachverhalt verdeutlicht unter anderem die akribische Anordnung der vier Flüsse[4], der Ländereien, der detaillierten Bilder der Lust[5] oder der gemalten Kombination eines Baumes und eines Brunnens, die nach unterschiedlichen Bibelstellen jeweils in der Mitte des Paradieses stehen sollen.[6]
  
"Der Höllenflügel […] [, in dem] [d]er Mensch […], statt in der Natur, in einer selbstgeschaffenen Zivilisation"[7] lebt, die im Hintergrund brennt, dient bei Bosch als Kulisse für all die Qualen, die die Menschen in jener Hölle erleiden müssen. Bei diesen Qualen handelt es sich jedoch um solche, die einen menschlichen Ursprung haben, beispielsweise zeigt der Vordergrund eine Bestraffung in einer Wirtshausszene samt Glücksspiel, womit deutlich wird,[8] dass bei Bosch "[d]ie Welt […] nicht mehr auf die Hölle zu warten […] [braucht, denn] [i]n den Händen der Menschen war sie selbst schon zur Hölle geworden."[9] Die Hölle Hieronymus Boschs repräsentiert solchermaßen auch die Qualen der noch lebenden Menschen und somit auch das Jammertal, durch welches sie zu gehen haben. Diese Betrachtung der Paradiesmotivik mit ihrer weiten Bildabfolge zeigt gerade im Kontrast zu den üblichen Zeitabständen zwischen moderneren Comicpanels, die überwiegend eine enge Bildabfolge aufweisen, wie sehr sich bestimmte malerischen beziehungsweise zeichnerischen abgebildete Narrative unterscheiden können
Außenflügel von H. Boschs "Der Garten der Lüste"

[1] Hieronymus Bosch. Garten der Lüste. S. 86 f.
[2] „Die Ausblendung des Sündenfalls ist eine Anomalie“ heißt es in Hans Beltings Werk „Hieronymus Bosch. Garten der Lüste.“ auf S. 25, denn ebenda wird angegeben, dass „anders als auf dem Paradiesflügel von Boschs Heuwagen oder seinem Gerichtsbild in Wien, […] der Sündenfall [hier fehlt], der sonst die Hauptsache ist, weil er das Tor zu einer Geschichte nach dem Paradies aufstößt“.
[3] Vgl. Hieronymus Bosch. Garten der Lüste. S. 87.
[4] Vgl. Evangelische Kirche in Deutschland und Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR. Die Bibel. Nach der Übersetzung von Martin Luthers. S. 4. 
[5] Vgl. Die Bibel. (siehe Fußnote 4) S. 3 und 5.
[6] Vgl. Hieronymus Bosch. Garten der Lüste. S. 87 f.
[7] Hieronymus Bosch. Garten der Lüste. S. 35.
[8] Hieronymus Bosch. Garten der Lüste. S. 35 ff.
[9] Hieronymus Bosch. Garten der Lüste. S.35.

Dienstag, 10. November 2015

bande dessinée: Der ganze Gaston

Die Absurdität in ihrer Gesamtheit
André Franquins "Gaston Lagaffe"
So unscheinbar wie sich dieses Werk des Carlsen Verlages äußerlich gibt, so farbenfroh wie auch vielschichtig ist es in seinem Inneren und dabei gleichzeitig gleichfalls gut gearbeitet. 
© Carlsen / picti mundi
Die fünf Bücher umfassende Ausgabe, die etwas mehr als 1000 Seiten mit Zeichnungen André Franquins (1924-1997) beinhaltet, hat aber weitaus mehr als die an sich schon grandiosen Gags "Gastons" zu bieten, darunter etwa Vorworte, Skizzen Franquins und viele Hintergrundinformationen. 
© Carlsen / picti mundi
Im ersten Band, der alle Zeichnungen der Jahre 1957 bis 1963 umfasst, stammt das Vorwort "Der doppelte Gaston" von Andreas C. Knigge, das Vorwort des zweiten Bandes, der die Jahre 1963 bis 1967 abdeckt, ist von Andreas Platthaus verfasst worden und trägt die Überschrift "Gaston als Drilling". Georg Seeßlens Vorwort "Pure Vernunft darf niemals siegen!" leitet den dritten Band, der die Jahre 1967 bis 1970 beinhaltet, ein, während das Vorwort mit dem Titel "Held der Arbeitsverweigerung" von Christian Gasser geschrieben wurde und im vierten Band abgedruckt ist, der die Jahre 1970 bis 1974 umfasst, und im letzte Band, der die Jahre 1974 bis 1997 zum Inhalt hat, ist Michael Heins Vorwort "Held ohne Job" zu lesen. Der Leser kann also Band für Band der chronologischen Entwicklung "Gastons" folgen oder er schlägt das erste Buch auf Seite 199 auf und kann hier auf einer Abbildung den Erscheinungswandel der Figur Gaston mit einem Blick nachvollziehen. Für die inhaltliche Entwicklung, aber ebenfalls für Hintergründe und Extraabbildungen empfiehlt es sich neben den sechzehnseitigen Vorworten ebenfalls die Lektüre des überaus vielseitigen und teils sehr kurzweiligen Zusatzmaterials, welches insgesamt 163 Seiten einnimmt. Ferner enthält diese Ausgabe Zeichnungen, die nicht im "Spirou"-Magazin publiziert wurden, wie etwa die zwölf Werbecomics für den belgischen Limonadenhersteller "Orange Piedboeuf" (vgl. Band 1,S.93-98) oder ein Schallplattencover aus dem Jahre 1978 (vgl. Band 5,S.219).
Franquin © Carlsen
Die Figur Gaston erschien inkognito am 27. Februar des Jahres 1957 erstmals auf einer gedruckten Comicseite und zwar im "Spirou"-Magazin ("Le Journal de Spirou") Nummer 985. Ohne irgendeine Erklärung tapste Yvan Delportes (1928-2007) und André Franquins Schöpfung hierauf Wochen unbekannt und unbenannt durch das Magazin, bis ihn innerfiktional Spirou in ein Gespräch verwickelte, in dem er ihn danach fragte, wie er heiße, was er hier mache und weshalb er hier sei. Die Antworten Gastons: "Gaston.", "Ich warte." und dass er fortan hier arbeiten solle, aber nicht wisse was genau seine Tätigkeit sei (vgl. B.1,S.9).
© Carlsen
Zum "Spirou"-Magazin, seiner über 75 Jahren andauernden Geschichte und den verschiedenen Zeichnern des Magazins beziehungsweise der Abenteuer Spirous wurde in diesem Blog bereits ein Eintrag verfasst. 
Die Unglücke und verrückten Einfälle Gastons mehrten sich sodann im "Spirou"-Magazin und Fantasio wurde als Vorgesetzter Gastons sowie als die Stimme des rationalen Denkens und Handelns zu seinem bürgerlich moralisierenden Gegenüber. Anfangs waren es nur einzelne Panels, die Gaston mit seinen Taten in Beschlag nahm, im Oktober 1957 ersetzte er den Namen des Magazins "Spirou" durch seinen eigenen Namen (vgl. Band 1,S.26) und besetzte hiermit erstmals die Titelseite. Die von Franquin und seinem damaligen und ersten Assistent Jidéhem (1935-) gezeichnete Figur erhielt schließlich im Dezember desselben Jahres eine halbe Seite innerhalb des Magazins und somit einen festen Platz für seine Abenteuer. Dieses Ereignis durfte innerhalb des "Spirou"-Magazins ausgerechnet der wutentbrannte Fantasio verkünden und zwar mit den Worten: "'Auf vielfachen Wunsch unserer Leser werden wir fortan die Abenteuer von GASTON veröffentlichen.' Ab sofort lest Ihr also jede Woche die HINREISSENDEN Unternehmungen unseres arbeitslosen Helden..." (vgl. B1,S.31).
© Carlsen
Für Franquin, der durch die schiere Menge an Arbeiten überlastet war, übernahm Jidéhem nach seiner Anstellung im Verlag Dupuis verschiedene Aufgaben, darunter auch die Gestaltung der Hintergründe der Comicseiten "Gastons". Franquin schlug ihm sogar vor, dass er "Gaston" allein zeichnen und schreiben solle, was er allerdings ablehnte. Jidéhem hatte bis 1968 bei der Fertigstellung der einzelnen Geschichten "Gastons" eine wichtige helfende Funktion inne (vgl. Band 2,S.172). 
© Kauka / picti mundi
Die ersten Seiten "Gastons" in Deutsch wurden in Rolf Kaukas "Fix-und-Foxi"-Magazin im Jahre 1968 abgedruckt und waren später dann auch ab 1971 in Kaukas "Prima"- beziehungsweise "Primo"-Magazin  zu lesen. Hier wurde Gaston als stotternder Jo-Jo(-Josef) tituliert und seine tollpatschige Seite hervorgehoben, die Bezüge zum Original waren dem Verleger eher unwichtig. Dementsprechend gingen die Redaktionen der jeweiligen Magazine Rolf Kaukas und deren Mitarbeiter "mit der Anpassung von Franquins Zeichnungen [überaus frei] um, wenn es inhaltlich und layouttechnisch erforderlich war: Panels wurden ergänzt oder gleich ganz neu gezeichnet"(Band 2,S.179). Nachdem die Geschichten um die Figur Gaston nach dem Jahre 1978 nicht mehr von Rolf Kaukas Verlagen publiziert wurden, sicherte sich der Carlsen-Verlag die Rechte für deutschsprachige Veröffentlichungen. Im März des Jahres 1981 publizierte der Carlsen-Verlag sodann die ersten beiden "Gaston"-Bände und zwar so, dass es dem frankobelgischen Original in Form und Inhalt glich, lediglich der Verlag Dupuis wurde in den Übersetzungen als Carlsen bezeichnet.
© Carlsen / picti mundi
Durch den Verkauf des damaligen "dänischen Mutterhauses des Carlsen-Verlages kam es zur Gründung des Labels Semic und verschiedener Comicreihen, die unter ebendiesem verlegt wurden, unter ihnen auch "Gaston". Da die Verkäufe dieser Reihen unter dem Namen Semic jedoch nicht den gewünschten Erfolg zu zeitigen schienen, wurden diese 1984 wieder eingestellt und seitdem alle Comicreihen neuerlich unter dem Namen Carlsen veröffentlicht (Vgl. Band 3,S.192-195). 

© Carlsen
Dass diese Ausgabe "Gastons" eine ambitionierte werden sollte, ist bereits an ihrem Titel zu erkennen "Der ganze Gaston. Die Gesamtausgabe aller Gaston-Seiten von Franquin". Was sicherlich bedingte, dass bereits wenige Tage nach ihrer Veröffentlichung online - im Forum des Carlsen-Verlages - darüber gemutmaßt wurde, ob diese fünfbändige Ausgabe tatsächlich alle Witze "Gastons" enthalte. Aber im Zuge dieser Diskussion wurde auch offensichtlich, dass mit der Frage der Vollständigkeit auch verschiedene Auffassungen verknüpft sind, beispielsweise auch darüber, was als Gag respektive Witz gilt und was nicht. Zum Diskutierten meinte schließlich auch Volker Hamann, auf seinen Artikel "Gaston in allen Formaten" auf den Seiten 191 und 192 im fünften Band von "Der ganze Gaston" verweisend, der sich eben mit der Frage der Vollständigkeit beschäftigt, dass "letztendlich [...] das Material, das der Lizenzgeber zur Verfügung stellt" ausschlaggebend sei. Zudem verdeutlicht er abermals die unglaubliche und beinahe unüberschaubare Menge an Zeichnungen Gastons, die seinem "vielseitig redaktionell[en]" Einsatz innerhalb des Magazins zu verdanken seien, aber auch, dass diese Ausgabe "einige Zeichnungen und Gags" enthalte, die in ihrem französischen Vorgänger aus dem Jahr 2013 nicht enthalten waren. 
Ungeachtet dieser Diskussion ist "Der ganze Gaston" gerade durch seine Fülle an verschiedensten Informationen rund um den Redaktionsburschen sowie sein Umfeld, seine Entstehung und seine Autoren, in Artikeln, die sich beispielsweise mit Zensur, mit Onomatopoesie,  mit der "Mechanik des Gags" und vielem mehr beschäftigen, aber ebenfalls durch sein ausführliches Portfolio, welches unter anderem Skizzen Franquins enthält, die teils auch nicht in der französischen Gesamtausgabe zu finden sind, durchaus etwas, dass Liebhaber in Verzückung versetzen kann. Jedoch auch ein Lesevergnügen für mehrere Tage ist.
Während diese fünf Bände also Gastons Vergangenheit festhalten, gibt es für die einst von  Yvan Delporte und André Franquin geschaffene Figur weiterhin eine Zukunft.
© Carlsen
Im Anhang von Fabien Vehlmanns und Yoann Chivards Abenteuer Spirous "Der Page der Sniper Alley" war nachzulesen, dass der Verlag Dupuis die "Rechte an Franquins Figuren Marsupilami und Gaston" übernommen habe, weshalb es für Vehlmann und Yoann auch möglich war Gaston Lagaffe einen kurzen Gastauftritt in einer drei Panel umfassenden Rückblende Fantasios, in ihrem letzten Werk einzuräumen. Künftig soll so auch Gaston wiederum ab und an in den Abenteuern Spirous vertreten sein und somit erneut, wie er es früher bereits etwa in "Schnuller und Zyklostrahlen" oder in "Robinson auf Schienen" tat, zu einem eigenwilligen Mitstreiter Spirous und Fantasios werden.  


Über die Jahre hinweg ist Gaston, wie auch Spirou oder das Marsupilami zu einem kulturellen Gut geworden. Dieser Sachverhalt zeigt sich zum einen daran, dass "Gaston" neben drei anderen frankobelgischen Comics bei einer Meinungsumfrage, die von der französischen Handelskette "Fnac" und der Pariser Tageszeitung "Le Monde" durchgeführt wurde, unter die hundert besten Bücher des zwanzigsten Jahrhunderts gewählt wurde oder zum anderen daran, dass seine Geschichten viele Zeichner späterer Generationen einschlägig geprägt haben. 
© Carlsen
So geben zum Beispiel die beiden Comicschaffenden Schwartz und Yann in ihrem Werk "Gringos Locos", das sich mit Jijés, Morris' und Franquis tatsächlich stattgefundener Reise in und durch die Vereinigten Staaten von Amerika beschäftigt, auch auf einigen Seiten eine mögliche Entstehungsgeschichte der Figur Gastons mitsamt einigen Zeichnungen (vgl. Gringos Locos S.40-43) zum Besten.